Skandalfolgen:Keine Aktien mehr für Topmanager
Vorstände sollen nach Leistung bezahlt werden - nicht mit Aktien
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Herold Wynter
Amerikas führender Businessverband, "The Conference Board", hat Empfehlungen ausgearbeitet, wie in Zukunft die Vorstandsgehälter gestaltet werden sollen.

In einem Acht-Punkte-Programm fordern die Mitglieder im Wesentlichen eine Abkehr vom Aktienkurs als bestimmende Messlatte. "Die Besoldung der Vorstände ist viel zu abgekoppelt vom Erreichen langfristiger Unternehmensziele. Aktienkurse unterliegen marktmäßigen Schwankungen die teilweise völlig unabhängig von der Leistung des Managements sind", sagte Peter Petersen, Vorsitzender des Ausschuss für "Öffentliches Vertrauen in Privatunternehmen" und Aufsichtsratsvorsitzender der Federal Reservebank von New York.

Das von dem Ausschuss erarbeitete Programm enthält vier Empfehlungen für Aufsichtsräte bei der Festlegung von Vorstandsgehältern: Feste Verknüpfung von Bonus und operative Ziele (Wenn ...., dann...); Schaffen eines vom Management völlig unabhängigen Beratungsstab, der alle Details der Vergütung auszuarbeiten hat; Kontrolle der Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer, insbesondere dafür sorgen, dass der Wirtschaftsprüfer keine anderen Aufträge vom Management erhält; sofortige Veröffentlichung von allen Informationen, die den Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen können, damit das Management keinen Informationsvorteil an der Börse hat.

In den zugehörigen acht Punkten für die Umsetzung dieser Empfehlungen wird vor allem die exzessive Ausgabe von Aktien-Optionen verurteilt. Wichtigste Forderung ist, dass diese Optionen als Kosten verbucht werden. Doch hierzu gab es innerhalb des Ausschuss auch abweichende Meinungen. Andy Grove, Aufsichtsratsvorsitzender von Intel, gab eine separate Erklärung ab, in der er seine bekannte Ansicht der Aktien-Optionen als Incentiv wiederholte. Auch Paul Volcker, früher Vorsitzender der Vertretung der US-Gouverneure bei der Federal Reserve Bank, ging sogar so weit, dass er die Ausgabe von Aktien-Optionen für die Vorstände ganz ablehnt.

Zu den weiteren Ausschussmitgliedern die diese Richtlinien erarbeitet haben gehören unter anderen John Boogle, Chef der Vanguard Group, dem zweitgrößten US-Pesionsfond; Ralph Larsen, Ex-CEO von Johnson & Johnson sowie der frühere SEC-Chef Arthur Levitt.

"The Conference Board" wurde 1916 als Folge des massiven Vertrauensschwundes in die New-Yorker Börse gegründet und ist ein Wirtschaftsverein mit ausschließlich persönlichen Mitgliedschaften. Der Club betreibt über 100 Management-Panels weltweit und erstellt die wichtigsten US-Wirtschaftsindizes.



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