Investitionswelle bei den Luxushotels
Hotels werden zu Hightech-Burgen
Jakub Zajac
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Luxushotels haben Hightech als Differenzierungsmerkmal erkannt und investieren Millionen um sich dadurch von den Budgethotels abzuheben.

Vor allem beim Internetzugang und der Kommunikation gibt es inzwischen bei den Leistungen keine Grenzen mehr. Beispielsweise bietet das Mandarin in New York für den Laptop auf allen Zimmern einen Ethernet-Anschluss mit 1,5 Mbps sowie im gesamten Haus WLAN-Zugang an. Und wer beim Einloggen Problem hat, kann auf die eigens dafür eingestellten Fachleute zurückgreifen, die alle Betriebssysteme und Einbuchmöglichkeiten kennen. Die Zimmer des Mandarin sind mit Glasfaser verkabelt, über das außer dem Internet auch noch die Video-on-Demand-Versorgung und das VoIP-Telefongespräch erfolgt. "Jedes Zimmer hat einen PC, der sich unsichtbar hinter dem Sideboard verbirgt", freute sich Intel-Chef Craig Barett, als er jüngst im Mandarin sein routinemäßiges Analysten-Meeting abhielt.

Schon seit geraumer Zeit registrieren in den USA die Hightech-Hotels regen Zulauf und die Kenner der Hotel-Branche beurteilen derartig aufwändige Hightech-Investitionen als geschicktes Marketing-Tool. "Wer seinen Aufenthalt in einem teuren Luxushotels mit der Erreichbarkeit und den besseren Arbeitsbedingungen begründen kann, hat gegenüber den hausinternen Pfennigfuchsern gute Karten", sagt Sean Hennessey, Berater für die Hotelbranche bei PricewaterhouseCoopers.

Das haben auch viele Hotelketten erkannt. So baut die Wyndham-Gruppe mit Hochdruck den WLAN-Zugang in allen Häusern aus, nachdem sich herausgestellt hat, dass deren Auslastung nach der Installation um 2 bis 5 Prozent ansteigt. "Mit keiner anderen Aktion waren wir jemals so erfolgreich, wie mit dem universell verfügbaren kostenlosen WLAN", schwärmt der Chef der Luxuskette, Fred Kleisner über die Kampagne. Er hat die Business-Angebote inzwischen ausgeweitet und derzeit bieten die Wyndham-Häuser ihren Stammgästen sogar einen kostenlosen Telefon- und Faxservice an.

Damit ist der Bereich der Business-Unterstützung vorerst ausgereizt. In vielen Hotels hat aber schon die zweite IT-Welle eingesetzt, die auf einen besseren Service abzielt. Wer beispielsweise nach ein paar Monaten zum zweiten Mal im Mandarin in New York eincheckt fühlt sich, als wäre er nie abgereist. Das Zimmer hat die gleiche Temperatur wie damals um diese Tageszeit, das Videoangebot hat einen Schwerpunkt bei den Filmen und sogar die Durchwahlnummer seines Zimmers ist meistens die selbe wie beim letzten Mal.

Die Liste der neuen Features ist lang. Wer sich seine Reservierungsbestätigung vom New-Yorker Bryant Park Hotel auf den Bluetooth-fähigen PDA beamt, braucht gar nicht mehr einchecken, sondern nur noch an der Garageneinfahrt seinen PDA mit den aktuellen Zimmerdaten aufladen. Der PDA dient dann für die gesamte Aufenthaltszeit als Zimmerschlüssel. Im "W"-Boutique- Hotel am Times Square kann man an einem Terminal auschecken und sich die Rechnung als PDF-Datei an seine Email-Adresse schicken lassen. Der Matratzenhersteller Aero bietet den Hotels seine "Aero Deluxe" an, deren Härtegrad sich elektronisch einstellen lässt und die vom Gast getroffenen Einstellung lässt sich abspeichern und beim Wiederkommen hat die Matratze automatisch den gleichen Härtegrad.

Um den damit verbundenen Datenberg sicher zu beherrschen, greifen die Hotels auf bewährte Businesslösungen zurück. Das 5000-Zimmer große MGM-Grandhotel in Las Vegas installierte jüngst für alle angeschlossenen acht Häuser eine CRM-Software von Ascential, um damit die Daten von 50 Millionen Kunden in Zukunft besser nutzen zu können.



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