Kolumne: Suns Liebeserklärung
Ein unmoralisches Angebot
Jakub Zajac
Home

Referenz-Texte

Referenz-Fotos

Die Quellen

Das Team
Diana Murphy ist glücklich verheiratet bis ihr Mann den Job verliert und das Geld nicht mehr für die Hypotheken reicht. Sie fahren nach Las Vegas und verlieren alles, was sie noch hatten. Ein älterer Milliardär wird auf sie aufmerksam und bietet ihr 1 Mio. $ für eine Nacht. Nach kurzem Widerstreben willigt sie ein. - Das ist das Filmmärchen.

Eine Computerfirma setzt konsequent auf die Unix-Workstation-Karte und gewinnt. Dann verlässt sie das Glück und sie verliert immer mehr. Da kommt ein Milliardär aus Redmond und bietet ihr 2 Mrd. $ für einen Bruderkuss. Nach kurzem Widerstreben willigt sie ein. - Das ist die jüngste kalifornische Realityshow.

Jahrelang war Scott McNealy bei der Anti-Microsoft-Gemeinde eine Art "Ritter ohne Furcht und Tadel". Doch bei tiefroten Bilanzen und einem stetig steigenden Scheck-Angebot von Big-Bill wurde er schwach. "Was schert mich mein Geschwätz von gestern", wird sich McNealy gedacht haben als er mit dem "Biest aus Redmond" den Schulterschluss praktizierte. Doch McNealy hat nur das getan, was die Politiker vor und nach einer Wahl praktizieren. Betrachten wir also die neue Freundschaft ganz nüchtern und schauen wir vorwärts.

Microsoft zahlt das Geld aus der Portokasse. Sowohl die EU-Kartellkommission als auch die Analysten sind schon lange der Ansicht, dass Microsoft zu viel Bargeld in der Kasse hat. - Und Sun? Den Erklärungen zufolge sollen die Produkte in Zukunft besser mit den MS-Produkten zusammenarbeiten, also ein Teil von Microsofts "integrierter Innovation" werden. Das heißt, Star-Office unterscheidet sich bald überhaupt nicht mehr von MS-Office.

Die gute Nachricht dazu: Es läuft dann endlich auf jeder MS-Plattform stabil. Die schlechte: Es läuft überhaupt nicht mehr auf Linux. Auch sonst wird Suns Linux-Lippenbekenntnis bald der Vergangenheit angehören. Im Servermarkt dominiert Linux vor Microsoft und vor Unix. Der gemeinsame Gegner heißt also Linux. Was bedeutet: Sun bietet in Zukunft schnelle Hardware, ein proprietäres Java sowie Tools fürs System- und Speichermanagement. Der Rest kommt von Microsoft. Das wird dann in Tat alles "reibungslos zusammenarbeiten", so wie Scott McNealy die zukünftige Produkt-Ergänzung zwischen Sun und Mikrosoft bezeichnet.



New York Reporters Inc.

244 Fifth Ave., #H247
New York, NY 10001, USA
Telefon: +1 212 340-1098
mail@newyorkreporters.com


Copyright © 2010
All Rights Reserved
Alle Rechte vorbehalten